Buchleben

Beitrag zur Literaturaktion #Buchpassion

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„Die Literatur greift immer dem Leben vor. Sie ahmt das Leben nicht nach, sondern formt es nach ihrer Absicht.“

– Oscar Wilde

 

Bücher haben mich begleitet seit ich mich erinnern kann. Farbenfrohe kleine Welten, wie eine kuschlige Decke, Fluchtpunkte, wenn es in meiner eigenen grade nicht so spannend war. Manche flüchten sich vor Problemen, ich flüchtete vor Stillstand, Monotonie und Alltag. Interessanter Weise führte mich Konkurrenzdenken zum Lesen meines ersten größeren Romans. Ich erinnere mich wie heute. In meiner Grundschule konnte ich nie anders als meine Leistungen mit denen des Klassenbesten zu vergleichen. Als ich hörte, dass er ein Buch mit mehr als 700 Seiten gelesen hatte, ging ich sofort los und besorgte mir dasselbe. Ich kann nur sagen, dass ich es niemals bereut habe, denn ‚Eragon‘ ist ohne Frage ein Meisterwerk. Von da an ging es ohne Buch schon gleich nirgends hin und ich kann mit Stolz berichten, dass meine Eltern sich an irgendeinem Punkt anfingen zu beschweren, dass ich zu viel lese. Nichts und niemand hat so viel Einfluss auf mich und meine persönliche Sichtweise genommen wie Bücher. Bücher können einem so unglaublich viel beibringen und ich rede nicht von dem ‚Beibringen‘ bei dem man sich fürchterlich langweilt und dem Sekundenzeiger beim Ticken zusieht, während sich vor der Tafel irgendein armer Tropf zum Affen machen muss. Ich will auch nicht behaupten, dass man jedes gelesene Wort behalten und wiedergeben könnte, wie im Fernsehen. Vielleicht lässt sich der Prozess besser mit dem Begriff ‚Erfahrung‘ definieren. Natürlich weiß ich, dass man sich darüber hervorragend streiten könnte. George R. R. Martin hat geschrieben: „Ein Leser durchlebt tausend Leben, ehe er stirbt. Der Mann, der nie liest, lebt nur sein eigenes.“ und ich könnte nicht glücklicher sein ihm zuzustimmen. In diesen vielen ‚Leben‘ sammelt man Erfahrungen, genau wie im wahren Leben und behält davon nur das, was man benötigt, oder was  das eigene Interesse geweckt hat. Genauso lernt man so viele Charaktere kennen, dass ich manchmal das Gefühl habe eine Angelegenheit beinahe mühelos von beliebig vielen Standpunkten betrachten zu können. Diese spezielle Art von Einfühlungsvermögen erscheint mir oft als eine zweischneidige Fähigkeit, die einen selbst verletzbarer macht und gleichzeitig eine einzigartige Form des Mitgefühls ermöglicht. Das Leben in vielen Geschichten ist das wunderschönste, das ich jemals erfahren habe, erfahre und erfahren werde. Möglicherweise ist aber gerade das der Grund, aus dem ich das Bedürfnis nach mehr habe. Nicht nur mehr Bücher, obwohl das genauso wahr ist, sondern auch in meinem eigenen Leben etwas Bedeutsames zu erreichen. Wenn man sich der vielen Möglichkeiten bewusst geworden ist, reicht dann ein unterdurchschnittliches Leben noch aus? Ich hoffe es ehrlich nicht. Diese magische Form der Motivation bleibt mir hoffentlich bis zum Ende erhalten, genauso wie immer neue Bücher, die meine eigenen Geschichten genauso beflügeln, wie mein Leben.

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Kommentare

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Kommentare: 1
  • #1

    Kapri-zioes (Donnerstag, 15 September 2016)

    Liebe Carina,

    vielen Dank, dass du bei #buchpassion mitgemacht hast! Leider habe ich deinen Kommentar erst jetzt gesehen, Wordpress hatte ihn leider in den Spam-Ordner abgelegt. :/

    Also danke, dass du dein Buchleben mit mir teilst!
    Janine